Lern-Tipp: Alte Klausuren und Klassenarbeiten Wochen vor der Prüfung lesen!

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Die Klassenarbeit in der Schule oder die Semesterabschluss-Klausur ist noch lange hin. Also noch keine Not, sich mit der Prüfung zu beschäftigen, richtig? Falsch!

Wenn wir alte Klausuren und Arbeiten bereits zum Semester- oder Schuljahresbeginn mehrfach lesen, dann arbeitet unser Gehirn ganz unterbewusst in unserem Sinne und lernt die wichtigsten und prüfungsrelevanten Inhalte über die ganze Zeit mit. So geht’s…

Es klingt wirklich ein wenig zu schön, um wahr zu sein. Durch reines Lesen alter Prüfungen kann man seine zukünftigen Noten und Ergebnisse stark steigern! Der Grund liegt einmal mehr in der Funktionsweise unseres Gehirns, die wir uns im Folgenden in diesem Zusammenhang genauer anschauen. Dabei ist dieser Blog-Artikel unser Beitrag zur Blog-Parade „Welche Learning Hacks nutzt du?“ und wir freuen uns über viele weitere Ideen, wie man beim Lernen eine kleine Abkürzung nehmen kann.

Die Theorie – Wichtige Inhalte bewusst machen

Auf unseren Social Media Seiten (Facebook, Google+, Twitter) haben wir letztens das nachstehende Bild geteilt. Es ist die Antwort auf die Frage, wie viele Informationen unser Gehirn verarbeiten kann. Legt man diese Rechenkapazität auf eine Strecke um, dann ergibt sich eine Länge von 15 mm bewusster gegenüber 11 km unbewusster Wahrnehmung!

Dies zeigt eindrucksvoll auf, wie mächtig unsere unterbewusste Wahrnehmung ist. Wichtig zu bemerken ist, dass alles, was wir wahrnehmen, immer im Hier und Jetzt erfolgt. Unser Gehirn beurteilt die aktuell wahrgenommene Realität zwar immer vor dem Hintergrund bereits gemachter Erfahrungen (als ein Wahrnehmungs-Filter), dennoch können wir nicht anders, als die Gegenwart wahrzunehmen.

Nun stellt sich die entscheidende Frage: Können wir das Unterbewusste für unser Lernen positiv nutzen?

Die Umsetzung – Alte Klausuren frühzeitig lesen und relevante Themen erkennen

Die Antwort ist „Ja“! Wenn wir nun mehrere alte Klausuren zu Beginn eines Semesters lesen, dann erkennen wir, welche Themen prüfungsrelevant sind. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf diese Inhalte und sagen unserem Gehirn so: „Die sind wichtig!“ Was wiederum von unserem Gehirn als wichtig eingestuft wird, dem wird auch zukünftig mehr Aufmerksamkeit gewidmet und in der Folge auch langfristig gespeichert. Das Schöne daran ist, ich muss die Themen zu diesem Zeitpunkt noch in keinster Weise durchdrungen oder gelernt haben!

Nimmt das Schuljahr oder das Semester nun seinen Lauf und die entsprechenden Inhalte werden besprochen und erklärt, so ist unser Gehirn besonders aufmerksam und lernt diese Themen besonders gut und intensiv.*

Und dies hat wunderbare Folgen, wenn es dann an das eigentliche Lernen für die anstehende Prüfung geht, dann wissen wir zu den wichtigsten Themen schon viel mehr und sparen so wertvolle Vorbereitungszeit!

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Was ist passiert? Durch das frühzeitige Lesen der Prüfungsaufgaben haben wir diese Themen ins Bewusstsein gerufen und lassen in der Folge unsere unterbewusste Wahrnehmung alles zu diesen Inhalten abspeichern. Wenn wir es dann wieder bewusst lernen (also in die 15 mm bewusste Gedanken holen), sind wesentlich mehr Informationen dazu bereits vorhanden.

Die Praxis – Ein Experiment, das überzeugt und Spaß macht

Das oben beschriebene Phänomen kennen wir wahrscheinlich alle, ohne dass wir es uns sehr „bewusst“ machen. Denn im Grunde ist ‚Interesse‘ nichts anderes. Wir kennen das Geburtsdatum unseres Lieblingssängers oder die Aufstellung unseres Lieblingsvereins genauso wie verschiedene Fakten zu einem bestimmten Maler, der uns inspiriert. Solange uns etwas interessiert, scheinen wir wie von selbst und mühelos zu lernen.

Um den Effekt direkt erfahren zu können, habe ich ein kleines Experiment, zu dem ich dich ganz herzlich einlade. Aber Vorsicht, es hat ein gewisses „Blaue Flecken-Potential“ 😉 In Amerika habe ich ein interessantes Spiel kennengelernt, dass sich insbesondere für längere Autofahrten eignet. Es heißt „Punch Buggy – Don’t punch back!

Im Gro funktioniert es wie folgt, wer einen VW Käfer (oder die neueren Beetle Modelle) zuerst sieht, ruft den obigen Satz aus und darf als Belohnung die neben ihm/ ihr sitzende Person leicht auf den Oberarm hauen (oder erhält einen Punkt).

Es war unglaublich, kassierte ich zu Beginn noch recht viele Schläge, war es nach kurzer Zeit so, als würde ganz Amerika nur aus VW Käfern bestehen. Mein Unterbewusstsein scannte ganz ohne mein Zutun die Straße, den Parkplatz, einfach alles.

Wer sich selbst von diesem Effekt überzeugen will, der ist herzlich eingeladen, obiges Experiment gerne auch in weniger grober Ausführung auszuprobieren. Es gilt, die unbewusste Wahrnehmung arbeiten zu lassen und dann genau im richtigen Moment ins Bewusstsein zu rufen. Genauso wird es dir dann auch mit den alten Klausuren gehen und du wirst schon im Semester oder dem Schuljahr merken: „Oh, das ist wichtig, hier muss ich zuhören!“

Die Praxis² – Wo finde ich alte Klausuren?

Stellt sich noch die Frage, wo man alte Klausuren herbekommt? Hier ein paar Vorschläge:

  • Webportale
  • Freunde/ Bekannte
  • Ältere Geschwister/ Schüler/ Kommilitonen
  • Lehrer und Dozenten

Im Grunde kennt ihr die wirklich guten Quellen aber wahrscheinlich wesentlich besser. Gerade wenn es um interessante Webportale geht. Gerne könnt ihr eure Empfehlungen in die Kommentare posten. Das hilft anderen bestimmt enorm weiter! Danke!

 

* Bitte prüfe vorab, dass auch dieselben Inhalte auf dem Lehrplan stehen. So oder so empfiehlt es sich, mit Semester-Übersichten zu arbeiten, da so die wichtigen Themen noch besser mit Schlagworten versehen werden können. Schlagworte, die die Aufmerksamkeit unseres Unterbewussten auslösen.

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