Die Bildungsrevolution der Generation Y

Generation Y im Online Mathe Kurs

G8 oder G9 – Bachelor oder Diplom – PISA, Ja oder Nein? Die Nachrichten sind voll von Diskussionen zum Thema Bildung. Doch sind das die wirklich entscheidenden Fragen? Oder hängen wir Altbekanntem nicht nur ein neues Mäntelchen um?

Meines Erachtens ist eine fast unbemerkte Bildungsrevolution bereits in vollem Gange. Dabei geht es um die Frage, wie wir lernen?! Die Antwort gibt die Generation Y, also diejenigen, die in den 1980ern Jahren geboren wurden und um 2000 Teenager waren und die sich nicht lange mit obigen Fragen nach G8, etc. aufhalten, sondern einfach im Zuge des technischen Fortschritts neue Bildungsformate entwickeln. Mit weitreichenden Folgen!

Die Generation Y fragt „Warum?“. Nicht umsonst wurde das englische Fragewort „why“ zu ihrem Synonym. Im Rahmen von Isabelles Blogparade  geht es darum Althergebrachtes zu hinterfragen und wie die Generation Y unsere Gesellschaft und unser Leben nachhaltig verändert. Denn die Art und Weise, wie wir Bildung konsumieren, wird sich in Zukunft nachhaltig ändern. Doch „warum“ ist dem so ?

Warum lernen wir, wie wir lernen? Das Bildungssystem hinterfragt!

In den vergangenen Jahren hat das Internet so manche Industrie durcheinander gewirbelt. Denken wir dabei an die Musikbranche, die durch MP3 und neue Formen des Musikkonsums kräftig durchgewirbelt wurde. Und es scheint, dass die Digital Natives, wie die Generation Y auch genannt wird, sich nun anschickt, die Bildungsbranche auf den Kopf zu stellen. Das Schlagwort, das seit einigen Monaten präsent ist, hört auf MOOC (gesprochen Muuhk)! Dies ist die Abkürzung für Massive Open Online Courses. Hier ein kleines Erklärungsvideo:

Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Viele nennen es die Demokratisierung der Bildung, da ein Jeder nun in Havard studieren kann! Genau richtig gehört. Man kann unter anderem die Kurse von Elite-Universitäten buchen und daran teilnehmen. Egal, wo man sich gerade befindet, man kann sich von den führenden Wissenschaftlern ihrer Zunft unterrichten lassen und das kostenlos!

Schaut man sich die Teilnehmer Statistiken der MOOC genannten E-Learning Kurse an, dann zeigt sich deutlich, dass die Generation Y eine treibende Kraft hinter dieser Entwicklung ist, machen doch die 22 bis 37 Jährigen ca. 2/3 der Teilnehmer aus.

Und dies ist ein Zeichen, dass die Angebote des traditionellen Bildungssystems vielen Digital Natives nicht mehr ausreichen. Sie suchen nach neuen Formaten und Wegen, sich weiterzubilden. Dabei steht meist im Fokus, sich immer genau das Wissen anzueignen, das man zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt. Manch einer, wie Ben, geht dabei soweit, auf einen offiziellen Abschluss gleich ganz zu verzichten. Ob sich dies durchsetzt, mag zumindest bezweifelt werden, haben die offiziellen Abschlüsse doch auch eine gewisse Signalwirkung, die ein jeder Personaler wohl zu schätzen weiß. Ob dies gut oder schlecht ist, werde ich nochmals an anderer Stelle diskutieren. Aber dies bringt uns zum Thema neuer Bildungsformate, die das Problem lösen könnten.

Warum nicht neue Bildungsformate kreieren? Bildungskonsum hinterfragt!

MOOCs sind nur ein Beispiel für neue Bildungsformate, die einen Teil der Bildung komplett ins Internet verlegen. Dabei beziehen sie sich in erster Linie auf die tertiäre Ausbildung, also auf die klassischen an der Hochschule gelehrten Inhalte. Wenn wir nun ein wenig in die Zukunft schauen und Teilnehmer für bestandene MOOCs entsprechende Credit Points erhalten, dann wird sich die Lehre an deutschen Unis wohl massiv ändern. Kennt doch wahrscheinlich jeder zumindest einen Professor mit dessen Art und Weise zu lehren er nicht zurecht kam. Und warum sollte man dann nicht einfach den äquivalenten MOOC wählen?

Aber auch abseits der klassischen Ausbildung in Bereichen der allgemeinen Weiterbildung zeigen sich neue Wege, wie wir heute Bildung konsumieren. Zum Einen wird der Markt des Lern-Coachings immer größer. talkREAL mit der Coaching Tour zum effektiven Sprachenlernen ist ein Beispiel. Auch Testarios Lerntypen-Analyse darf man mit den vielen Tipps zum hirngerechten Lernen und erfolgreichen Studieren dazu zählen.

Zum Anderen werden aus meiner Sicht übergeordnete Qualitäts- und Qualifizierungsstandards immer wichtiger. Damit meine ich Angebote, die losgelöst vom traditionellen Bildungssystem Kompetenz, Wissen oder eine bestimmte Fähigkeit nachweisen. Nehmen wir z.B. Berufsqualifikationen wie den CFA im Finanzbereich oder auch den Steuerberater. Für die jeweilige Designation sind zwar aktuell noch bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, aber im Grunde könnte das Modell der unabhängigen Examina weiterentwickelt werden und auch Aussteigern aus dem aktuellen Bildungssystem die Chance bieten, ihr Wissen nachzuweisen und so, das für viele Arbeitgeber wichtige Kompetenz-Signal zu senden.

Warum nicht ein Bildungs-Start-Up gründen? Bildungsangebot hinterfragt!

Der Wunsch, sich wann und wo man will, themenspezifisch weiterzubilden, führt ebenfalls dazu, dass viele neue Start-Ups die Unternehmenslandschaft bereichern. Gerade erst gestartet ist beispielsweise Groupario.com, das die Möglichkeit bietet, mit wenigen Klicks Lernpartner zu finden. Dies ist gerade vor dem Hintergrund der MOOCs, deren Teilnehmer über die ganze Welt verteilt sind sehr interessant. Denn wer heutzutage einen Harvard-Kurs hört, wohnt vielleicht in München und möchte sich auch dort in einer Lerngruppe auf den MOOC vorbereiten.

Ein weiteres sehr interessantes Start-Up sitzt in Leipzig und hört auf den Namen Lecturio, ein Anbieter von Videokursen zu den verschiedensten Themen. Die Palette reicht von wissenschaftlichen Themen für die Uni bis hin zur Verbesserung der persönlichen Lesegeschwindigkeit.

Doch was zeigt uns der unternehmerische Erfolg junger Start-Ups in der Bildungsbranche eigentlich? Meines Erachtens, und das stimmt mich sehr froh, zeigt es, dass wir bereit sind, uns auf neuem Wege weiterzubilden und vor allem dafür Zeit und Geld investieren, wenn es uns auch einen wirklichen Nutzen und Spaß stiftet. Und das ist doch die eigentliche Revolution, wir werden von passiven Bildungskonsumenten, zu aktiv nachfragenden Kunden. Wer da keine gute Lehre bietet, wird langfristig wohl auch keine Kundschaft mehr bekommen.

Das ist vielleicht auch der wichtigste Punkt, den wir von der Generation Y lernen können. Denn das Lernen ist für sie nicht mehr das negativ besetzte Etwas, was wir wider Willen in der Schule über uns ergehen lassen müssen. Vielmehr ist es das aktive Suchen nach neuem Wissen und das ist schlichtweg Lernen, the brainfriendly way!

Fazit: Die Bildungsrevolution der Generation Y – ein Gewinn für Alle?!

Isabelle hat in ihrem Aufruf zur Blogparade geschrieben, dass die Ideen, die durch die Generation Y vorangetrieben werden, ein Gewinn für alle Generationen darstellt. Ich würde dem zustimmen. Insbesondere die neuen online Bildungsangebote rund um die MOOCs halte ich für super spannend und es freut mich, dass dadurch hochklassige Lehre einer Vielzahl von Menschen zur Verfügung steht, denen der Zugang zu solchen Bildungsangeboten bisher verwehrt blieb.

Es ist dieses Mehr an Optionen und Angeboten, die die Bildungsrevolution begleiten und wir werden sehen, wie dies die Bildungslandschaft in den kommenden Jahren verändert. Ich habe in diesem Artikel versucht, meine Sicht der Dinge darzulegen. Nun würde mich deine Meinung interessieren? Was hältst du von den Entwicklungen im Bereich Bildung?

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2 thoughts on “Die Bildungsrevolution der Generation Y

  1. Hey Christian,

    schöner Artikel mit einigen spannenden Startups bzw. Links, die ich noch nicht kannte.

    Ich finde es spannend zu sehen, was sich gerade alles im Bildungsbereich tut.

    Es kann nur besser werden!

    Danke für den Artikel!

    Cheers,

    Ben

    1. Hallo Ben,
      danke für das Feedback! Ja, ich finde es auch super spannend und ich denke, wir stehen da noch recht am Anfang. Da wird sich noch einiges in Sachen Bildungskonsum ändern 😉 VG cR

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